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Fotovoltaik bleibt attraktiv

Groß-Gerauer Echo | 21. Feb. 2013 | sös

Wie geht es weiter mit der Fotovoltaik? Eine Frage, die sich derzeit Bürger und Unternehmen stellen, die in diese Technik investieren möchten. Die Hiobsbotschaften, etwa über Firmenschließungen, aus der Solarbranche und politische Entscheidungen wie geringere Fördermittel für Investitionen sorgen für Verunsicherung. Bei der Podiumsdiskussion am Dienstagabend im alten Amtsgericht standen die Referenten Tina Ternus (Photovoltaikbüro Rüsselsheim), Uwe Bergsträßer (Terrasol GmbH, Groß-Gerau) und Alexander Espenschied (INEK Solar AG, Bischofsheim) dem Publikum Rede und Antwort. Eingeladen hatte die Initiative Atomausstieg Groß-Gerau.

Die Frage, die wohl jeden der gut 50 Diskussionsteilnehmer am meisten bewegte stellte Moderator Walter Seeger gleich zu Beginn: „Lohnt es sich auch 2013 noch in Fotovoltaikanlagen zu investieren?“ „Selbstverständlich lohnt sich das“, betonte Alexander Espenschied. Die wichtigere Frage sei aber: Rechnet sich das auch? Solarmodule seien heute so günstig zu haben wie nie zuvor, die Montage sei teilweise teurer als die Module selbst. Damit verringere sich die Zeitspanne, bis sich Kosten und Ertrag amortisiert hätten. Für Privatleute sei Fotovoltaik auch heute noch eine gute Option, hob auch Uwe Bergsträßer hervor, und Tina Ternus ergänzte: „Bei hohem Eigenverbrauch lohnen sich Fotovoltaikanlagen auf jeden Fall.“ Mindestens 30 Prozent, besser 50 Prozent Eigennutzung, so die Expertin, könne man als Verbraucher anstreben. Kleiner als drei Kilowatt Leistung sollten die Anlagen nicht sein, fügte Bergsträßer hinzu.

„Viele Leute wissen gar nicht, wann und wie viel Strom sie verbrauchen“, sagte Zuhörer Sebastian Becker. Er betonte, dass viele Bürger erst durch eine sogenannte Messdatenerfassung ihren eigenen Stromverbrauch ermitteln würden und dann oftmals regelrecht geschockt seien. Für die Referenten sei dies ein wichtiges Zeichen, dass die Energiewende zwar auf einem guten Weg, aber eben noch lange nicht abgeschlossen ist. Wie die Bürgerenergiewende organisiert wird, stellte Alexander Espenschied als eines der wichtigsten Themen heraus. Dass Bürger als Stromerzeuger in Konkurrenz zu den Energiekonzernen träten, erkläre den großen Widerstand, der den erneuerbaren Energien von dieser Seite entgegenkomme. Kritisiert wurde auch die Lobbyarbeit, die sich bis in die höchsten politischen Kreise ziehe. „25 Prozent neue Energien in Deutschland bedeuten freilich auch 25 Prozent Verlust bei den großen Firmen“, merkte Tina Ternus dazu an.

„Ich bin optimistischer als zuvor“, sagte Moderator Walter Seeger im Nachgang der Veranstaltung. Der Macht der Lobbyisten stehe eine Masse an fähigen Leuten entgegen. Das stimme positiv.